Wimsener Höhle: mit dem Boot die Höhlenwelt erkunden

von Antje Gerstenecker / www.meehr-erleben.de:

Ein Ausflug, den ich in meiner Kindheit mit meinen Eltern auf der Schwäbischen Alb unternommen habe, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben – die Bootsfahrt in die Wimsener Höhle bei Hayingen. Ich konnte mich nur noch erinnern, dass die Einfahrt recht abenteuerlich war und man den Kopf ganz schön einziehen musste, um nicht Bekanntschaft mit der Höhlendecke zu machen.

Smaragdgrünes Wasser begleitet uns

Natürlich wollte ich die Höhle, die auf mich als Kind so einen großen Eindruck machte, auch einmal mit meinen Kindern besuchen und so fuhren wir an einem sonnigen Samstag von Stuttgart aus, etwas mehr als eine Stunde auf die Schwäbische Alb.

Bei der Höhle selbst gibt es nur ganz wenige Parkplätze, deshalb parken wir etwas oberhalb der Höhle und gehen die etwa 200 Meter zu Fuß weiter. Der Fußweg führt entlang eines idyllischen Bachlaufs durch den Wald. Das Wasser leuchtet mal smaragdgrün, mal türkis, fällt über kleine Wasserschwellen und kommt schließlich in einem kleinen Stausee an. Der bildet den Mittelpunkt des idyllischen kleinen Tales. An seinem Ufer befindet sich eine Alte Bannmühle aus dem 11. Jahrhundert und ein prächtig hergerichtetes Gasthaus. Dazu ein Wasserspielplatz für die Kinder und ganz versteckt der Höhleneingang. Nichts lässt darauf schließen, dass sich hinter der schmalen Felsspalte eine 725 Meter lange Höhle befindet. Die Höhle selbst ist komplett durchflutet und wird von einem Quellarm der Zwiefalter Ach, einem Nebenfluss der Donau, gespeist. Die Wimsener Höhle ist die einzige Wasserhöhle in Deutschland, die mit dem Boot befahren werden kann. Klar, dass wir uns sofort in die kleine Warteschlange reihen, die sich vor dem Höhleneingang gebildet hat.

Auf einem Schild über dem Höhleneingang lesen wir, dass das Naturdenkmal einst zu Ehren von Kurfürst Friedrich von Württemberg auch als Friedrichshöhle bezeichnet wurde. Nur etwa 70 Meter der Höhle sind mit dem Boot erreichbar. Wer die Höhle mehr sehen will, muss tauchen. Dieses sicherlich außergewöhnliche Erlebnis bleibt allerdings erfahrenen Höhlentauchern vorbehalten.

Bootstour mit Körpereinsatz

Ein einziges Boot steht den Besuchern der Wimsener Höhle zur Verfügung. Und weil die Höhle nicht sehr groß ist, darf auch das Boot nicht riesig sein. 10 Personen plus Fährmann mehr geht nicht – und weil’s wirklich nicht mehr Platz gibt, ist der Fährmann auch gleichzeitig der Höhlenführer. Eine Besichtigungstour dauert ca. 10 Minuten. So kann man sich leicht ausrechnen, dass man etwas Geduld mitbringen muss, wenn man die Höhle besichtigen möchte.

10 Minuten sind nicht lang – aber unser Fährmann erzählt uns - mit einer großen Portion Humor – so viel über die Wimsener Höhle, dass wir das Gefühl haben, die Führung wäre direkt doppelt so lang – und wir hätten ihm gerne noch länger zugehört. Bei der Bootstour ist übrigens die Mitarbeit der Passagiere gefragt – immer wieder gilt es auf Kommando den Kopf einzuziehen, um nicht schmerzhafte Bekanntschaft mit der Höhlendecke zu machen – das war wiederum der Teil, der unsere Kinder am besten fanden.

Anschließend lohnt sich übrigens eine Rast im historischen Gasthof Friedrichshöhle. Dort serviert die Familie Tress leckere schwäbische Spezialitäten – übrigens alles in Bio-Qualität. Am hauseigenen Forellenteich kann man herrlich sitzen – und die Kinder haben jede Menge Spaß auf dem Wasserspielplatz und beim Beobachten der zahlreichen Forellen.

Tipp:

Wechselkleidung nicht vergessen!

>> Weitere Informationen zur Wimsener Höhle