Steiff-Museum: In der traumhaften Welt der Kuscheltiere

von Antje Gerstenecker / www.meehr-erleben.de:

Jeder von uns hat wahrscheinlich so einen kleinen Freund fürs Leben, der uns schon seit unserer Kindheit begleitet. Nicht nur von Kindern werden Kuscheltiere heiß und innig geliebt.

Den Anfang machte ein Nadelkissen

Dabei wissen viele nicht, dass die Kuscheltiere eine rundum schwäbische Erfindung sind. 1879 entdeckt Margarete Steiff im Magazin „Modewelt“ ein Schnittmuster für einen kleinen Stoffelefanten. Sie fertigt das „Elefäntle“ als Nadelkissen an, doch bald entdecken Kinder, dass es sich mit so einem Nadelkissen in Elefantenform auch prima spielen und kuscheln lässt. Nach und nach gesellten sich zu den Elefanten auch weitere Kuscheltierfreunde – der berühmte Bär kam allerdings erst 1902 dazu – der Rest bei beispiellosen Erfolgsgeschichte der Firma Steiff ist bekannt. Die Stofftiere mit dem Knopf im Ohr sind längst auf der ganzen Welt bekannt und als Sammlerstücke heiß begeht.

Kein Wunder also, dass die Firma Steiff ihren Stofftieren ein ganzes Museum, direkt neben ihrem Stammsitz in Giengen an der Brenz widmet. Erstaunlicherweise kennen die Besucher aus dem Ausland das Museum oft besser, als wir Einheimischen. Grund genug, endlich mal nach Giengen an der Brenz zu fahren, und das Museum zu besichtigen.

Begegnung mit Teddybär Knopf und Puppe Frieda

Es ist ein trüber, regnerischer Tag - wie es bei uns gerade so viele gibt. Ich packe die Kinder samt ihrer Freunde ins Auto und wir fahren etwas mehr als eine Stunde nach Giengen an der Brenz. Das Museum ist bestens ausgeschildert und wir finden einen Parkplatz direkt neben dem Museum. Aufgeregt stürmen die Kinder voraus – und direkt in den riesigen Laden. Die unglaubliche Ansammlung von Stofftieren ist aber auch zu verlockend. Nur mit Mühe kann ich sie überzeugen, sich in der Schlange für die interaktive Führung anzustellen. „Führung… ist voll langweilig“, tönt mein Sohn. „Jo, finde ich auch“, stimmt sein Kumpel mit ein.

Mit der Fotowand neben der Eingangstür, kann ich sie dann doch aus dem Laden locken. Sie zeigt den Teddybär Knopf und seine Puppenfreundin Frieda – durch die Löcher in der Wand, können die Kinder den beiden ihr Gesicht „leihen“. Die beiden quetschen sich hinter die Wand und wollen das Bild sehen – Riesengelächter, als sie feststellen, dass ja einer in die Rolle des Mädchens geschlüpft ist. Also Rollentausch – das ganze nochmal von vorn. Die beiden amüsieren sich köstlich und die arme Frieda sieht auf den Fotos nicht immer besonders vorteilhaft aus.

Museumsführung mit Kindern: Alles andere als langweilig

Endlich startet die Führung und wir betreten den ersten Raum. Wir befinden uns im Nähzimmer von Margarete Steiff. Eine Stimme erzählt uns, wie alles begann – und die Gegenstände im Raum bewegen sich wie von Zauberhand. Die Kinder verfolgen das Geschehen gespannt – von Langeweile keine Spur mehr. Wir gehen weiter in die Werkstatt und lauschen der Stimme, die uns nun erzählt, wie sich die Firma weiterentwickelte, wie der Teddybär zu seinem Namen kam und wie die Stofftiere gefertigt wurden. Hier treffen wir auf den Teddy Knopf und seine Freundin Frieda – und schweben ganz unerwartet mitten ins Reich ihrer Geschichten.

Wir gehen von Welt zu Welt – mal sind wir, ganz winzig, in einem Kleiderschrank, mal unter Wasser oder gar am Nordpol. Die Welten sind liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet und es gibt so viel zu entdecken, dass man direkt enttäuscht ist, wenn die Führung endet. Dafür befinden wir uns jetzt mitten im Streichelzoo. Stofftiere in Lebensgröße – oder noch riesiger – warten auf die großen und kleinen Besucher. Löwen streicheln, auf Elefanten oder Kamelen reiten oder Riesenbären umarmen – alles kein Problem. Die Kinder entdecken sogar den einen oder anderen Doppelgänger ihrer eigenen Stofftiere. Höhepunkt ist sicherlich die Schlangenrutsche – genau genommen, ist es das erste begehbare Steiff Tier der Welt und ist immerhin 15 Meter lang, 800 kg schwer und wurde aus 60 Quadratmeter Mohairstoff hergestellt.

Handarbeit zum Zuschauen

Besonders spannend finden wir die Schaufertigung. Hier kann man live beobachten, wie der hauseigene Museumsbär entsteht. An den Wänden hängen die Originalschnitte der Steiff Tiere, in den Schubladen der Schränke verstecken sich allerlei Steiff Tier Raritäten und Geschichten. Hier kann man ewig stöbern und schauen – und dabei locker einen Regentag vertrödeln.

Der Weg zum Ausgang führt – natürlich – durch den extrem gut sortierten Steiff Laden. Eine echte Prüfung für die Eltern, schließlich sind wirklich alle Kuscheltiere zuckersüß. Wer ein Souvenir oder Geschenk sucht und den Geldbeutel schonen will, sollte gleich nebenan im Outlet-Shop vorbeischauen. Dort gibt es Auslaufmodelle und II. Wahl-Ware zu günstigen Preisen.

Uns hat unser Ausflug ins Steiff Museum sehr gut gefallen. Das Museum ist schon für die Allerkleinsten geeignet, aber auch größere Kinder und Erwachsene tauchen gerne in die Welt der Stofftiere ein.

Tipp:

Freitags, am Großelterntag, zahlen Oma und Opa keinen Eintritt für ihre Enkelkinder.

>> Weitere Informationen zum Steiff Museum